Dürre in Kenia – warum trotzdem nach Kenia reisen?

Wer sich mit Afrika beschäftigt, kommt um das Thema extreme Trockenheit und Hungersnot leider kaum herum. Aktuell herrscht in einigen Regionen am Horn von Afrika eine verheerende Dürre. Vier Regenzeiten sind dort nacheinander ausgefallen und haben in den letzten 2 Jahren große Teile Kenias, Somalias und Äthiopiens in riesige verdorrte Flächen verwandelt. Brunnen, Wasserlöcher und Flüsse versiegen, Ernten fallen bis zu 90% aus, Nutz- und Wildtiere verdursten und Millionen von Menschen leiden an Hunger und Durst. Erschreckende Bilder von unterernährten Kindern und verendeten Tieren gehen durch die Medien. Wir sind sehr betroffen, dass auch der Norden Kenias die schlimmste Dürre seit 40 Jahren erlebt.
Als nachhaltiger Reiseveranstalter nehmen wir die Dürre im Norden Kenias sehr ernst. Denn auch wenn man im Süden Kenias, wo die meisten Kenia Safaris und Badeurlaube stattfinden, weniger davon mitbekommt, können wir nicht die Augen schließen vor der voranschreitenden Katastrophe und dem damit verbundenen Leid. Wir haben uns daher die Frage gestellt:

Wie können wir weiterhin Kenia Reisen mit einem guten Gewissen verkaufen – auch in Dürrezeiten?

Johannes, unser Afrika Spezialist, hat sich dazu mit der Journalistin und Unicef-Beauftragten, Ines Kubat, ausführlich unterhalten. Ines Kubat war im Oktober 2022 selber in Kenia und hat sich persönlich ein Bild von der dramatischen Situation gemacht. Auch Johannes war 2022 drei Monate in Kenia und hat unter anderem die äußerst trockenen Gebiete rund um Samburu besucht.
Den gesamten Bericht von Ines Kubat gibt es hier: Dürre in Kenia – Was darf Tourismus in der Krise?

Gerade in Krisenzeiten wie diesen ist es wichtig, den Tourismus in Kenia aufrecht zu erhalten. Durch den Ukraine Konflikt sind auch in Kenia beispielsweise die Getreidepreise gestiegen. Viele Familien sind vom Reisegeschäft abhängig und benötigen gerade jetzt ein regelmäßiges, gesichertes Einkommen. Natürlich ist eine sensible Reiseart Voraussetzung, um ein von Dürre gebeuteltes Land zu bereisen. Neben den ohnehin nachhaltigen und fair konzipierten Reisen ist es uns sehr wichtig, Reisende für die Wasserknappheit in Kenia zu sensibilisieren. Das Vermeiden von langem Duschen und täglichem Handtuchwechseln sind beispielsweise zwei Punkte, die wir an unsere Kunden appellieren.

Wir stehen im engen Kontakt mit unseren Partnern in Kenia und lassen das Thema Wasserverbrauch nicht aus den Augen

Leider ist für viele Reisende ein Pool ein wichtiges Kriterium für die Wahl der Unterkunft. In unserem Portfolio befinden sich daher auch weiterhin nachhaltige Lodges und Camps mit kleinen Pools. Unterkünfte in trockenen Regionen mit großen Pools haben ohnehin keinen Platz in unserem Portfolio gefunden. Wir sind überzeugt, dass durch ausreichend Aufklärung, unsere Gäste einen positiven Abdruck im Reiseland hinterlassen. Denn faire und nachhaltige Reisen sind ein Mehrwert für das Land.

Mit jeder Reise sichern wir die Gehälter in Kenia

An einem Einkommen hängt oft eine ganze Familie. Es ist daher besonders wichtig, diese Familien gerade jetzt zu unterstützen, wo die Lebensbedingungen schwieriger und die Nahrungsmittel teurer geworden sind. So können wir dafür sorgen, dass die Kinder zur Schule gehen können, statt arbeiten zu müssen. Wir legen außerdem Wert darauf, dass unsere Guides auch in der Nebensaison beschäftigt bleiben. Uns sind zudem auch die authentischen Begegnung mit unseren Gastgebern wichtig, die weit entfernt sind von inszenierten Touristenattraktionen und ehrliche Einblicke in die Kultur bieten. Dazu gehören Kochabende mit einheimischen Familien sowie Schul- und Projektbesuche. Dabei können sich Reisenden mit ihren Gastgebern auf Augenhöhe austauschen und mehr über Land und Leute erfahren.

Wir unterstützen lokale, kenianische Projekte

Mit den in den Reisen inkludierten Spenden unterstützen wir soziale Projekte wie Schulen und Waisenhäuser in Ukunda und das Umweltschutzprojekt, Green Belt Movement. Das Green Belt Movement setzt sich tatkräftig für den bewussten Umgang mit Wasser ein. Es ermutigt besonders Frauen, Bäume zu pflanzen und die Böden somit besser bearbeiten zu können. Dank der Bäume kann der Boden besser Wasser aufnehmen, wodurch die Felder und Gärten deutlich mehr Ernte bringen. Die Bäume schützen zudem vor Erosion und dienen als nachwachsendes Feuerholz.
Wir kompensieren außerdem den CO2-Ausstoß der Safaris für jeden Reisenden. Dort unterstützen wir beispielsweise das Projekt in Kakamega, effiziente Kocher zu produzieren und zu nutzen, um dem Abholzen des Regenwaldes entgegenzuwirken. Dadurch werden jährlich über 235 Tonnen CO2 eingespart, hunderte Menschen haben dank des Projekts eine Arbeit mit regelmäßigem Einkommen gefunden und die Gesundheit der Frauen und Kinder werden dank des sauber verbrennenden Upesi-Kochers weniger belastet. Bis Ende 2021 wurden bereits knapp 2.200 ha Regenwald geschützt.
Zudem unterstützen wir mit dem im Büro getrunkenen Wasser von Viva con Agua und den Spenden aus den Uganda Reisen Trinkwasserprojekte in ganz Afrika.

Tierschutz durch Safaris

Safaris sind auch für den Tierschutz wichtig. Jeder Safarigast zahlt Nationalparkgebühren mit denen Ranger eingestellt werden, die für den nötigen Schutz der Wildtiere sorgen.
Natürlich müssen wir gerade in Dürrezeiten auch schonmal Abstriche auf unseren Reisen machen. So wurden ein paar Unterkünfte, die mehr Wert auf Luxus als auf starke Ressourcenschonung legen, aus dem Programm entfernt.

Es gibt aber auch tierisch gute News aus Kenia zu berichten. Im Amboseli Nationalpark im Süden Kenias herrscht ein Elefantenbaby-Boom. Dies zeigt wie unterschiedlich der Regen fällt. Denn nur wo es ausreichend Nahrung und Wasser gibt, kann es zu einem Baby-Boom kommen.

 

Wir sind daher überzeugt, dass nachhaltiges & faires Reisen den Menschen vor Ort und den Reisenden selbst immer einen Mehrwert bietet – auch in Zeiten von Dürre.

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