Rolle der Maoris im Ethnotourismus

Neuseeland gilt als Traumziel für Reisende allen Alters. Die Traumstränden der Südsee, eindrucksvolle Städte bis hin zu imposanten Vulkanen und riesigen Gletschern in einem Nationalpark bieten eine malerische Kulisse und laden ein zu Wanderungen durch Fjordlandschaften, Surfen, Segeln oder Angeln.

Der kriegerische Haka-Tanz der Maoris wurde in den letzten Jahren immer wieder auf Sportveranstaltungen getanzt und gab bereits einen kleinen Einblick in die Kultur und Traditionen der indigenen Bevölkerung Neuseelands. Auch auf unseren Rundreisen erleben Sie ihre Kunst, Architektur und Kultur. In den letzten Jahren gab es wieder Diskussionen in den Medien und in der Ethnotourismus Forschung, die sich mit dem Einfluss des Tourismus auf indigene Bevölkerungsgruppen und ihre Kulturstätten befassen

UNESCO definiert Kultur als „die Gesamtheit der einzigartigen geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen Aspekte, die eine Gesellschaft oder eine soziale Gruppe kennzeichnen. Dies schließt nicht nur Kunst und Literatur ein, sondern auch Lebensformen, die Grundrechte des Menschen, Wertsysteme, Traditionen und Glaubensrichtungen.“ Dieser Kulturbegriff wird mit steigendem Tourismus gefährdet und es wird ein authentisches und ignorantes Bild der Maori in Reiseführern gezeichnet, was sich aus exotisch und „anders“ wirkenden Kriegstänzen von dunkelhäutigen Stammesmitgliedern mit heraushängenden Zungen, kleinen Schnitzkunstsouvenirs, und traditionellen Tattoos (Moko), die weltweit kopiert werden, zusammensetzt.

Doch was macht eigentlich die Maori Kultur aus? Die Maoris hatten immer eine besondere Beziehung zu der Flora und Fauna von Aotearoa (Land der weißen Wolke), wie Neuseeland nach der Ankunft des ersten Maoris genannt wurde. Der Einzug der westlichen Welt durch die Ankunft der Engländer und Weißen (Pakeha) und der 1840 unterschriebene Enteignungsvertrag von Waitangi gefährdete bereits vor Beginn des Tourismusbooms die Beziehung zum Land (mana whenua), die Beziehung zu Gott (mana atua), den Status der Menschen (mana tangata) und heilige Institutionen (tapu). Moderne Entwicklung und landwirtschaftliche Praktiken, angetrieben durch westliche Ideologien des Fortschritts und des Landerwerbs und Eigentums wirkten sich auf diese früheren Beziehungen aus. Im 21. Jahrhundert erleben wir nun, dass die Pflege der Muttererde (Papatuanka) essentiell für die Menschheit und auch Neuseeland ist. Trotz seines „clean green“ Images sind die Effekte von Klimawandel durch kontaminiertes Trinkwasser, verschmutzte Flüsse, Bäche und See und tote Fische zu spüren. Die Maori Kultur hat sich jedoch gravierend verändert und scheint sich von Innen aufzulösen. Maoris, die unter den indigenen Bevölkerungsgruppen als am besten integriert und entwickelt gelten, leben in ihrem eigenen Land im wahrsten Sinne des Wortes am Rande der Gesellschaft. Nur noch rund ein Viertel der 500.000 in Neuseeland lebenden Maoris sprechen die Sprachen ihrer Vorfahren, trotz Bemühungen der Regierung und eigenen Radiosendern. Ein Problem stellt die schwindende Identifikation der jüngeren Generation mit ihrer Kultur dar und die wachsende Kriminalität: Die Hälfte aller Gefängnisinsassen Neuseelands sind Maoris. Gefördert wird dies durch Armut, fehlende Bildung, Vertreibung vom Land und Ausnutzung kultureller Tradition, da das Maori Erbe als Produkt behandelt wird.

Aus Sicht der Maoris bietet der Ethnotourismus dennoch allerlei Chancen, wie langfristige Arbeitsplätze ohne hohe Technologien zu benötigen und da Menschen mit limitierten Fähigkeiten und Kapital ebenfalls teilnehmen können. Weiterhin besteht die Möglichkeit das eigene Land für Touristenaktivitäten und Industrie zu nutzen, die den Wert der Gastfreundlichkeit, die Teil des individuellen und maorischen Stammeslebens sind, erkennt. Trotz der Versprechungen, die der Tourismus an Beschäftigung und finanzieller Sicherheit bringt, ist es essentiell, dass Maoris den Prozess der Tourismusentwicklung kontrollieren und kulturelle Integrität beibehalten. Maori Standards dürfen nicht korrumpiert werden und das Maori Erbe muss verstanden werden. Bei der Entwicklung des Ethnotourismus spielt auch die Berücksichtigung der Unterschiede der Maoris und Pakehas eine Rolle, die den Status, Rollen, kulturelle Praktiken, Regeln, Werte und Heiligtümer und Ressourcennutzung, betreffen.

Wohin wird Ethnotourismus in Neuseeland zukünftig führen? Um den Ethnotourismus ideal in Neuseeland zu nutzen ist eine Steigerung der Fähigkeiten und Beteiligung der Maoris, eine geschützte Kultur und Identität, Engagement der nachfolgenden Regierungen, Partnerschaften und Ansätze zur regionalen Tourismusentwicklung und eine größere Hervorhebung der Maori Selbstbestimmung, die kulturell nachhaltig ist, von Nöten.
Was können Reisende tun? Neuseelands Tourismusverband beschreibt den intelligenten interaktiven Reisenden als interessiert an der Kultur und Geschichte des Landes, der auf sinnvolle Weise mit den Einwohnern interagiert. Sie sind Reisende, die neue Erfahrungen suchen, die Engagement und Interaktion verinnerlicht haben und Respekt zeigen für natürliche, soziale und kulturelle Umgebungen.

Wenn Ihr Interesse an diesem einzigartigen und kulturreichen Land geweckt wurde, erleben Sie unsere nachhaltigen Neuseeland Rundreisen.

 

 

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