Sri Lanka: Comeback einer Tropen-Schönheit

Sri Lanka: Comeback einer Tropen-Schönheit

Sie war eines der ersten Traumziele in der Ferne: die Insel Sri Lanka, Heimat goldgelber Strände, teegrüner Hügel und quietschbunter Tempel. Eine Welt, in der es unendlich viel zu sehen und zu erleben gab. Nach der Tragödie eines langen Bürgerkriegs atmet das ehemalige Ceylon auf – und meldet sich [in Form von vielen möglichen Sri Lanka Reisen] zurück in der ersten Liga der Urlaubsparadiese.

Wenn man eine Paintball-Pistole hätte. Oder eine Zwille. Irgendwas, um dem Biest da draußen eins auf den Pelz zu brennen. Auf einen Spieß stecken und rösten, das kleine Mistvieh! Fantasien, die unvermeidlich sind, wenn man von diesem spitzen Gickern im Schlaf durchbohrt wird, penetranter als der schrillste Handy-Klingelton. Stammt von einem sandbraunen, unschuldig dreinguckenden Streifenhörnchen, das in grauer Frühe gern unter dem Verandadach des “Stardust”-Hotels Stellung bezieht.

Ist es nicht seltsam, das mit den Geräuschen auf [Rundreisen, Individualreisen und Gruppenreisen]? Manchmal hilft nur Ohropax (Hähne!). Frösche wirken im konzertanten Kollektiv oft einschläfernd wie eine dezent eingestellte Klimaanlage, wecken als individuelle Quakbündel aber Mordgelüste. Doch niemals stört das Meer. Das Wummern der Brandung das Gurgeln und Schlotzen des Wassers der Steilküste, das Klirren und Klingeln rollender Kiesel. Öffne zur Nacht die Balkontür, und das Meer singt dir ein Lullaby.

Arugam Bay

Wer das unterschreibt, liegt in Arugam Bay richtig. Für Surfer ein Magnet, jedenfalls zwischen Mai und Oktober, wenn sich am Point Break perfekte Wellen aufbauen. Für alle anderen ist die sichelförmige Bucht im Osten der Insel Sri Lanka einfach eine Badewanne der Extraklasse. Mit Fischerdorfanschluss, direkt am Lahugala-Kitulana-Nationalpark mit seinen vielen Elefanten.

Der Osten der Insel lag bis vor zwei Jahren in bedrückender Ruhe da. Ein Bürgerkrieg, der über ein Vierteljahrhundert ging, hatte die herrlichen Strände von Arugam Bay, Nilaveli oder Passekudah für Normaltouristen zur No-go-Zone gemacht. Einzig Surfer und Neohippies blieben dem Osten treu. Arugam Bay ist ihre Hochburg. Alles ist auf laid back und hang loose geeicht.

Wie die jungen Australier es mögen, die in Scharen kommen. In windschiefen, billigen Stallungen namens “Lucky Beach Hotel”, “Rock View” oder “Water Music” wohnen. Abends gibt’s gegrillte Gambas auf der Terrasse des fabelhaft entspannten Etablissements “Beach Hut”, wo man sogar in Baumhütten übernachten kann. Dazu gegen die Hitze eisiges Lion Lager-Bier mit kernigen 4,8 Prozent Alkohol. Coole Jungs, sanfter Jazz. Sind so kleine Glücksfenster, für die wir jedes Fünf-Sterne-Hotel stehen lassen.

Ruhige Spaziergänge am Nilaveli-Beach

Was an diesem Strand fehlt, braucht man nicht. Außer, man liebt Schlepper, Drogenverkäufer, Jet-Ski-Getöse. Vom “Nilaveli Beach Hotel” wandert man kilometerweit nach Norden über den breiten, leeren Beach. Die Füße im Schaum der aufkommenden Flut, vorbei an Treibholzstämmen, die zuweilen Meeresungeheuern ähneln. Die Wellenkämme erzeugen ein Rauschen, das vollkommen konstant klingt.

Gegenüber liegen die kleinen Pidgeon-Inseln. Man kann dort Korallen gucken. Im Zweiten Weltkrieg waren sie ein Schießübungsplatz der Briten, jetzt sind sie ein Nationalpark. The times they are a-changin’. Nicht immer zum Schlechteren.

Magische Momente in Trincomalee

Woran merkt der Reisende, dass in eine Gegend nicht viele Ausländer kommen? Wenn er zum Knipsobjekt erhoben wird! Am Swami Rock von Trincomalee spricht uns ein junger Mann an. Ob er ein Foto mit uns und seiner Familie machen darf? Kaum haben wir genickt (wir hätten den Kopf schütteln müssen, aber davon später), umringt uns seine Sippe. Rufe erschallen, Kinder werden nach vorn durchgereicht. Jeder will mit aufs Bild.

Vom Felsen aus schaut man über das sehr blaue Meer. Unten randaliert die Brandung. Eine junge Holländerin soll sich anno 1687 von hier aus 130 Meter tief in den Tod gestürzt haben – Liebeskummer. Viele hätten es ihr nachgetan, heißt es. Seine Magie verdankt der Platz dem Koneswaram-Tempel. Am späten Nachmittag fließt das Sonnenlicht schräg in die bunt verzierte Kultstätte. Stäbchenrauch wabert durch den gelb gestrichenen Hauptraum mit seinen vier ockerfarbenen Säulen. Ein Trommler und ein Flötist, beide mit nacktem Oberkörper, veranstalten eine laute, scharfe, für unsere Ohren beinahe schmerzhafte Session. Frauen in Saris huschen durch den Raum. Der Platz ist auch eine Art Lourdes für Kinderlose. An den Bäumen vor dem Tempel schaukeln hölzerne Miniaturwiegen.

Bunte Vielfalt in Colombo

Mal von vorn. Nach Sri Lanka sind wir gekommen, weil wir uns mit etwas schlechtem Gewissen an diese Insel erinnert hatten. Das einstige Ceylon war ja vor Dezennien unser Türöffner für die Wunderwelten Asiens gewesen, eine Art Einsteiger-Indien. Dann, ab 1983, versank es für mehr als ein Vierteljahrhundert in einem Bürgerkrieg. Und vor bald sieben Jahren traf es auch noch der Tsunami mit voller Wucht. Die endlose Kette schlimmer Nachrichten schreckte immer mehr Touristen ab. Das machte alles noch schlimmer. Denn in Sri Lanka lebte vor dem Krieg eine Million Menschen vom Tourismus.

Quelle: stern.de (2011): online im Internet [http://www.stern.de/reise/fernreisen/sri-lanka-comeback-einer-tropen-schoenheit-1678509.html]

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