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Sansibar Reisebericht: Strand, Kultur und echtes Inselleben

Sansibar hat mich erwischt. Und zwar nicht nur als Reiseexpertin, sondern auch ganz persönlich.

Im November war ich knapp zwei Wochen mit meinen beiden Kindern im Alter von fünf und sieben Jahren auf der Gewürzinsel unterwegs. Neben vielen Hotelinspektionen wollte ich vor allem eines: Sansibar ehrlich erleben. Nicht nur ein Sansibar Urlaub mit Strand und Pool, sondern auch Menschen und Projekte kennenlernen, den Inselalltag spüren und dieses besondere Miteinander erleben, das man nicht planen kann. So viel kann ich bereits vorab in diesem Sansibar Reisebericht sagen: Ich war begeistert. Die Reise hallt immer noch positiv nach.

Da ich immer wieder gefragt werde, wie Fernreisen mit Kindern gut funktionieren, habe ich unsere wichtigsten Erfahrungen auch in einem separaten Blogbeitrag mit Tipps für Fernreisen mit Kindern zusammengefasst: ➡️  Fernreisen mit Kindern: Ultimative Tipps für stressfreie Familienreisen

 

Mein Sansibar Reisebericht mit allen Reisestationen im Überblick:

  1. Strandurlaub in Jambiani an der Südostküste Sansibars
  2. Uzi Island
  3. Jozani Forest
  4. Strandurlaub auf der Michamvi Halbinsel
  5. Seaweed-Mamas in Paje
  6. Besuch der Trude Adler Schule
  7. Strandurlaub an der Nordostküste Sansibars
  8. Strandurlaub in Kendwa an der Nordwestküste Sansibars
  9. Gewürzfarm und Stone Town: ein ungeplanter Abschied von Sansibar
  10. Sansibar im November

 

Anreise nach Sansibar: Direkt rein ins Inselgefühl

Wir starteten abends mit dem Direktflug ab Frankfurt und landeten morgens gegen 8 Uhr auf Sansibar. Noch etwas müde, aber voller Vorfreude auf die kommenden Tage. Am Flughafen begrüßte uns unser Guide Juma herzlich und reichte uns ein wunderbar duftendes Erfrischungstuch. Hände oder Gesicht? Die Kinder probierten lachend alles aus und die Müdigkeit schien schon in diesem Moment zu verfliegen.

Wir fuhren quer über die Insel in Richtung Südostküste nach Jambiani. Palmen, kleine und große Dörfer, Mopeds, Fahrräder, bunt gekleidete Menschen, Straßenstände und Werkstätten boten uns einen ersten schnellen Einblick in den Inselalltag. Bereits nach etwa eineinhalb Stunden erreichten wir unser Hotel.

Die palmengesäumten Traumstrände und die reiche Gewürzkultur der Gewürzinsel lassen sich am besten mit einer verlässlichen Vorbereitung entdecken. Wertvolle Inspirationen zu den schönsten Buchten und der optimalen Reisezeit finden Sie in unserem umfassenden Guide für einen Sansibar Urlaub.

Strandurlaub in Jambiani: ruhiges Fischerdorf und weißer Sandstrand

sansibar-reisebericht-jambiani-weisser-sandstrandUnser erster Stopp auf der Sansibar Reise war Jambiani, ein kleines Fischerdorf an der Südostküste Sansibars. Hier ging es noch angenehm ruhig zu. Kein Trubel, keine laute Musik, keine Jetskis. Stattdessen ein langer, weiter Strand und Fischerboote im Sand.

Wir wohnten im wunderschönen Mwezi Eco Resort. Auch nach vielen Hotelbesichtigungen zählt diese Unterkunft für mich weiterhin zu den schönsten der Insel. Sicherlich nicht für jeden Geschmack geeignet, aber wer Wert auf Entspannung, lokale Materialien und Baustile, einen großen tropischen Garten und viel Platz legt, ist hier genau richtig. Die gesamte Anlage ist mit Sand ausgelegt, sodass sich alle Bereiche barfuß genießen lassen. Wir bezogen einen großzügigen, liebevoll eingerichteten Familienbungalow mit kleiner Terrasse und Blick auf den Pool. Es dauerte nicht lange, bis die Kinder die ersten verspielten Colobus-Affen in den Mangrovenbäumen entdeckten, gerade einmal zwei bis drei Meter entfernt. Für die Kinder war das natürlich ein absolutes Highlight. Ehrlich gesagt fand ich es selbst genauso schön.

Den ersten Tag auf Sansibar ließen wir ruhig angehen. Ankommen, akklimatisieren, Strandspaziergänge, Muscheln sammeln und die schöne Hotelanlage entdecken.

 

Uzi Island: So viele Eindrücke, dass ein zweiter Sansibar Reisebericht her muss

Am dritten Tag unserer Sansibar Reise wurde es abenteuerlicher. Ein Ganztagesausflug zur Uzi Halbinsel stand an und schon die Anreise erwies sich als Erlebnis. Wir fuhren erneut quer über die Insel in Richtung Südwestküste. Vorbei an kleinen Dörfern, winkenden Kindern, Märkten und Feldern. Je näher wir der Küste kamen, desto schmaler wurden die Straßen. Asphalt wich Pisten, Schlaglöcher gehörten dazu. Uzi ist touristisch noch kaum erschlossen und selbst unser Fahrer musste sich zwischendurch durchfragen.

Schließlich erreichten wir unseren Treffpunkt, machten ein schönes Familienfoto unter einem riesigen Baobabbaum und warteten auf unseren lokalen Guide. Der Weg, der vor uns lag, war keine gewöhnliche Straße. Uzi Island ist nur bei Ebbe über Land erreichbar, der Weg besteht aus abgestorbenen Korallen und verlangte den Fahrzeugen einiges ab. Wir stiegen auf einen lokalen Pick-up um und begaben uns auf eine ganz besondere Reise. Ich sammelte so viele Eindrücke, dass ich beschlossen habe, der Insel einen eigenen Sansibar Reisebericht zu widmen. Sobald dieser fertig ist, werde ich ihn natürlich hier verlinken.

 

Jozani Forest: Riesige Mahagonibäume, neugierige Affen und ein Sonnenhörnchen

sansibar-reisebericht-red-colobus-affe-im-jozani-forest-nahaufnahmeAm nächsten Tag nahmen wir Abschied von der Südostküste Sansibars und machten uns auf den Weg zur Michamvi Halbinsel.

Unterwegs legten wir einen Stopp im Jozani Forest ein. Obwohl dieser zu den Hauptattraktionen Sansibars zählt, war ich überrascht, wie überschaubar die Anzahl an Fahrzeugen und Besuchern war. Gerade in der Übergangssaison im November bleibt der Park also ein tolles Ausflugsziel, besonders für Familien mit Kindern.

Der Spaziergang auf den Naturpfaden war für Groß und Klein spannend. Riesige Eukalyptus- und Mahagonibäume, neue Pflanzen an jeder Ecke, Weißkehlmeerkatzen, ein Sonnenhörnchen und schließlich die Stars des Jozani Forest: die endemischen Red Colobus Affen. Neugierige Affenfamilien mit winzig kleinen Jungtieren turnten direkt vor uns durch die Bäume. Die Kinder hätten noch Stunden bleiben können, aber wir wollten weiter und schließlich erreichten wir Michamvi am späten Nachmittag. Mir wurde sofort klar: Das hier ist noch einmal eine ganz andere Seite Sansibars.

 

Michamvi: Sandpisten, Stille und grandiose Sonnenuntergänge

Straßen gibt es hier kaum. Stattdessen führen Sandpisten zwischen Häusern hindurch und enden alle irgendwo am Meer. Michamvi strahlt eine Ruhe aus, die in meinem Sansibar Reisebericht nur schwer zu beschreiben ist. Man wurde freundlich gegrüßt, neugierig befragt und herzlich willkommen geheißen.

sansibar-reisebericht_sonnenuntergang_michamvi_alineAm Hotel angekommen, zog uns der Blick auf den feinen weißen Sandstrand sofort nach draußen. Die Kinder bauten Sandburgen, ich entspannte unter Palmen. Einfach herrlich. Das Wasser ist glasklar, der Boden jedoch nicht überall sandig. In der Bucht wächst viel Seegras. Ich empfand es als angenehm, meine Tochter hingegen als gewöhnungsbedürftig und sprintete schnell wieder aus dem Wasser. Baden ist hier also Geschmackssache. Für empfindliche Füße sind Badeschuhe auf jeden Fall sinnvoll. Spätestens wenn die Reitausflüge des Nachbarhotels starteten, sollte man das Wasser ohnehin verlassen.

Die Sonnenuntergänge in Michamvi sind spektakulär, überzeugt euch selbst von den Bildern, die ich diesem Sansibar Reisebericht angefügt habe. Die Sonne verschwindet schnell, doch das Farbenspiel aus Blau, Lila und Rot über der Bucht ist eine eigene kleine Fotosession wert.

Wir übernachteten im Michamvi Sunset Bay, einem mit viel Liebe zum Detail eingerichteten Boutique-Hotel mit tollem Essen, fantastischer Lage und einem sehr hilfsbereiten Team. Wir wären alle gern länger geblieben.

 

Durch Sansibars Dörfer: Begegnungen, die blieben

Am nächsten Morgen verließen wir Michamvi und machten uns auf den Weg Richtung Nordostküste Sansibars. Unterwegs legten wir einen Stopp in Paje ein. Auch wenn Paje zu den beliebtesten Strandabschnitten der Insel zählt, zeigte sich der Ortskern an diesem Tag überraschend ruhig und angenehm authentisch. Der große Hauptplatz war menschenleer. Keine Touristen, nur ein paar neugierige Kinderaugen, die uns aus der Ferne beobachteten. In den schmalen, sandigen Gassen wuschen Frauen ihre Wäsche, Kinder huschten von einem Haus ins nächste und mittendrin gackerten Hühner. Solche Szenen lassen sich nur schwer in Worte fassen. Auch in diesem Sansibar Reisebericht bleiben sie nur eine Annäherung.

Seegras statt Souvenirshop: fair und lokal auf Sansibar

Unser Ziel in Paje war ein kleiner Seaweed Shop namens Furahia. Furahia steht für Freude und Zusammenhalt. In der kleinen Kooperative verarbeiten Frauen ihr selbst angebautes Seegras gemeinschaftlich zu nachhaltigen Seifen, Ölen und Cremes und schaffen sich so ein eigenes, faires Einkommen und ein Stück Unabhängigkeit.  Auch hier mussten wir uns erst einmal durchfragen. Schließlich standen wir vor einer verschlossenen Tür. Kein Problem, authentische Begegnungen lassen sich auf Sansibar eben nicht immer zeitlich planen. Nach kurzer Wartezeit öffnete sich die kleine Werkstatt. Obwohl an diesem Tag kein Erntetag war, erklärten sich zwei Frauen der Kooperative bereit, uns ihre Seegras-Farm zu zeigen. Gemeinsam liefen wir über den strahlend weißen Sandstrand hinaus ins seichte Meer, dorthin, wo das Seegras angebaut wurde. Wir lernten Unterschiede in Farbe, Qualität und Reife kennen und durften selbst ein wenig mit anpacken. Ein Erlebnis, das besonders für die Kinder durch Schauen, Fühlen und Riechen unglaublich spannend war.

Auf dem Rückweg zeigten sie uns die Netze, an denen das Seegras luftgetrocknet wird und später seine intensive lilafarbene Färbung erhält. Zurück im winzigen Shop, in den kaum mehr als eine Handvoll Menschen passt, kauften wir ein paar besondere Souvenirs.

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Unser Herzensprojekt auf Sansibar: die Trude Adler Schule

Als langjähriger Unterstützer der Trude Adler Schule ließen wir uns einen Besuch natürlich nicht entgehen. Neben Schulmaterial hatten wir auch etwas für den Pausenspaß im Gepäck. Zwar kamen wir etwas später als geplant an und verpassten den Unterricht, dafür blieb umso mehr Zeit für Gespräche. Nach einem offenen und herzlichen Austausch mit dem Schulleiter Amani wurden die neuen Bälle und Gummitwist-Bänder direkt auf dem Schulhof ausprobiert. Lachen, Rennen, Springen. Es sind genau diese Augenblicke, die bleiben, selbst dann, wenn Worte in meinem Sansibar Reisebericht mal wieder nicht ausreichten, um sie wirklich greifbar zu machen.

Eigentlich hätte ich in diesem Sansibar Reisebericht gern noch über den Besuch des Recyclingprojekts CHAKO berichtet. Zeitlich hatten wir es an diesem Tag jedoch leider nicht mehr geschafft.

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Strandurlaub und Hotel-Checks an der Nordostküste Sansibars

Sansibar Hotel LUX* Marijani: Übernachten wie im Märchen

Am Abend erreichten wir das LUX* Marijani. Ein ganz neu eröffnetes Hotel im Swahili-Stil, elegant, großzügig und dennoch angenehm leicht. Ein schöner Ausklang nach einem Tag voller Eindrücke und Gesprächen.

Familienzeit im Zanzibar Queen Hotel

Nach einem weiteren Hotelwechsel fuhren wir nach Matemwe ins familienfreundliche Zanzibar Queen Hotel. Hier gab es wieder viel Platz zum Toben, Rennen und Spielen. Abends sorgte eine lokale Band für Stimmung, tagsüber konnten zahlreiche Aktivitäten dazugebucht werden, darunter Kochkurse, Dorfrundgänge durch Kigomani, Besuche der Cuza Höhle, Tattoo-Workshops sowie Kayak- und SUP-Touren. Der Strand ist wunderschön, auch wenn man nicht ganz ohne Begegnungen ins Wasser kommt. Ein oder zwei Verkaufsgespräche mit den Maasai gehören dazu. Dieses Mal hatten wir allerdings etwas Pech, denn es war Seeigel-Zeit. So viele Seeigel auf einem Fleck habe ich noch nie gesehen. Selbst mit Badeschuhen fühlte ich mich nicht ganz wohl und blieb lieber an Land. Der Blick vom Hotel über das Meer entschädigte zum Glück.

Meine persönlichen Hotelempfehlungen an der Nordostküste Sansibars

Nach mehreren Hotel-Checks entlang der Nordostküste Sansibars kann ich aus voller Überzeugung auch folgende Unterkünfte empfehlen:

  • Zanzibar Queen Hotel
  • LUX* Marijani
  • Marafiki Beach
  • Zanzibar Pearl
  • Sunshine Bay Zanzibar
  • Marine Sunshine Lodge (Tauchhotel ohne großen Strand)

Alle Hotels überzeugen durch Lage, Atmosphäre und ein sehr stimmiges Gesamtgefühl.

Sunset Cruise mit Kindern: einer dieser perfekten Abende auf Sansibar

sansibar-reisebericht-sunset-cruise-nungwi_AlinAuf unseren Sansibar Familienurlaub durfte eine Sunset Cruise auf einer traditionellen Dhow natürlich nicht fehlen. Meine anfänglichen Bedenken, dass es den Kindern zu langweilig werden könnte, waren schnell über Bord geworfen. Wir hatten die komplette Dhow inklusive Crew ganz für uns allein. Schon nach wenigen Minuten wurde bei Live-Gesang getanzt und gelacht. Während wir bei Snacks und erfrischenden Getränken die Aussicht über den Indischen Ozean genossen und die sanfte Brise auf uns wirken ließen, hatte der Kleinste plötzlich ganz andere Pläne. Er probierte sich begeistert am Klettern am Mast aus und wurde von der Crew mit einem breite Grinsen kräftig angefeuert. Ach, war das schön. Einer dieser Abende, die man nicht lange vorausplant und die in keinem Sansibar Reisebericht fehlen dürfen

Schnorcheln am Mnemba Atoll: schön und nachdenklich zugleich

sansibar-reisebericht_mnemba_atoll_turkisfarbenes_wasser_alineIch buchte auch einen einen Schnorchelausflug zum Mnemba Atoll, der in Nungwi, ganz im Norden Sansibars, startet. Dass dieser Teil Sansibars deutlich touristischer ist, wusste ich natürlich. Auch der Zustand der Straßen zeigt, dass hier stärker investiert wird. Trotzdem traf mich der Kontrast zum Süden der Insel ziemlich abrupt. Überall Touristenbusse, Boote, Menschen aus aller Welt, die darauf warten, die Unterwasserwelt Sansibars zu entdecken. Wir starteten glücklicherweise etwas später. Beim Rückblick zum Strand, wo mittlerweile kaum noch Boote unterwegs waren, konnte ich mir gut vorstellen, wie idyllisch es hier früher einmal gewesen sein muss. Unter Wasser zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Korallen sind leider nicht mehr überall intakt, dafür begegneten uns wunderschöne bunte Fischschwärme, lila und rote Seesterne und sogar ein Tintenfisch, den wir zumindest ansatzweise entdeckten. Der Anblick der leuchtend türkisen Lagune bleibt ein Traum, selbst im Kontrast zu den tief hängenden grauen Wolken in der Ferne, die mich zum ersten Mal daran erinnerten, dass wir eigentlich in der kleinen Regenzeit Sansibars unterwegs sind. Aber auch an diesem Tag blieben wir vom Regen verschont. Ein Erlebnis, das zwar fasziniert, mich aber auch angesichts der Menschenmassen sehr nachdenklich machte. Noch während dem Schreiben dieses Sansibar Reiseberichts entschieden wir uns, Ausflüge zum Mnemba Atoll aus Nachhaltigkeitsgründen nicht mehr anzubieten.

 

Kendwa: Strandurlaub an der Westküste Sansibars

Bevor es für uns nach Stone Town ging, verbrachten wir noch eine Nacht in Kendwa an der Nordwestküste Sansibars. Kendwa gehört zu den wenigen Regionen an der Westküste von Sansibar, die mit langen, feinsandigen Stränden punkten. Ein großer Vorteil hier sind die kaum ausgeprägten Gezeiten. Auf Sansibar ist das eher selten. In Kendwa kann man jedenfalls zu jeder Tageszeit baden. Gleichzeitig ist dieser Küstenabschnitt deutlich touristischer, große Hotelanlagen und viele Sansibar-Touristen prägen das Bild.

reisebericht-sansibar-kendwa-fischerboote_alineMeine Neugier, was Kendwa außer Hotels noch bereithält, trieb mich früh am nächsten Morgen über den Strand zu den kleinen Hütten etwas abseits. Und wieder passierte genau das, was Sansibar für mich so besonders macht. Innerhalb weniger Minuten fühlte es sich an, als wäre ich in einer anderen Welt gelandet. Nur wenige hundert Meter von den Hotels entfernt spielte sich das echte Leben Sansibars ab. Die Fischer feilschten um den besten Preis für ihren Fang, es wurde diskutiert, gelacht und verhandelt, bis der letzte Fisch verkauft war. Die meisten Einheimischen kamen zu Fuß oder mit dem Moped, denn eine richtige Straße gibt es hier nicht. Genau diese Nähe von touristischer Kulisse und gelebtem Alltag macht Sansibar so vielschichtig und lässt sich selbst in diesem Sansibar Reisebericht nur schwer einfangen.

 

Gewürze und Stone Town: ein ungeplanter Abschied von Sansibar

Auf dem Weg nach Stone Town hielten wir noch an einer Gewürzfarm, denn Sansibar trägt nicht umsonst den Namen Gewürzinsel. Umso schöner war es, nicht auf einer der sehr touristischen Anlagen zu landen, die von Bussen angefahren werden. Stattdessen besuchten wir eine kleine, private Farm. Hier war Zeit, Ruhe und Raum für Fragen. Muskat, Pfeffer, Vanille, Kardamom, Hibiskus und viele weitere Pflanzen ließen sich anfassen, riechen und probieren. Besonders für die Kinder war dieser Stopp auf Sansibar ein Erlebnis für alle Sinne. Ein kleines Highlight durfte natürlich nicht fehlen. Für unser Lieblingskuscheltier wurde aus Palmenblättern eine Krone geflochten. 

sansibar-reisebericht_stone-town_abschied-von-sansibar_AlineDie letzte Station unserer Reise war Stone Town, das historische Herz Sansibars. Eigentlich hatten wir geplant, diese letzte Station gemeinsam zu erkunden. Doch manchmal kommen Reisen anders als gedacht: Mein Sohn wurde krank.

Zunächst wirkte es wie eine harmlose Magenverstimmung. Sein Zustand verschlechterte sich aber zunehmen und da unser Rückflug am nächsten Morgen sehr früh anstand, entschieden wir uns, einen Arzt kommen zu lassen. Über die Rezeption unseres Hotels wurde eine Kinderärztin organisiert.

Die Ärztin klopfte kurze Zeit später an unserer Zimmertür und mir fiel ein Stein vom Herzen. Ihre ruhige, einfühlsame und unglaublich aufmerksame Art nahm mir sofort die größte Sorge. Sie untersuchte meinen Sohn gründlich, verabreichte Medikamente, versorgte ihn mit einer aufbauenden Infusion und blieb fast zwei Stunden bei uns. Ich konnte kaum glauben, wie schnell sich sein Zustand wieder verbesserte. Eben lag noch ein völlig erschöpfter Junge in meinen Armen. Und nach diesen zwei Stunden sprang er lachend durch den Flur und hüpfte von einer schwarzen Fliese zur nächsten, quiekfidel, als wäre nichts gewesen.

Diese Situation nahm uns zwar Stone Town als abschließendes Erlebnis unseres Sansibar Urlaubs, schenkte mir aber eine andere, doch sehr besondere Begegnung. 

Während der zwei Stunden erzählte mir die Ärztin von ihrem Leben auf Sansibar. Sie hat selbst drei kleine Kinder. Ohne die Unterstützung ihrer Mutter, könnte sie ihren Beruf wohl nicht ausüben, denn der Alltag beginnt früh und endet spät. Oft steht sie gegen 4:30 Uhr auf, um das Essen für den Tag vorzubereiten, bringt die Kinder etwa 45 Minuten mit dem Bus zur Schule und arbeitet anschließend im Krankenhaus und bei Hausbesuchen. Stromausfälle gehören dabei genauso zum Alltag wie lange Arbeitstage.

Nach der Schule besuchen ihre Kinder zusätzlich die Koranschule, was auf Sansibar für viele Familien ganz selbstverständlich ist. Diese Schulen vermitteln religiöse Bildung, fördern gemeinschaftliches Lernen und sind für viele Kinder auch ein wichtiger sozialer Treffpunkt. Die Tage der Kinder sind lang und lassen wenig Raum für klassische Hobbys, wie wir sie kennen. Dennoch erzählte sie mir, dass ihre Kinder gern dorthin gehen, Freunde treffen und sich als Teil einer Gemeinschaft fühlen.

Dieses Gespräch hat mich tief bewegt. Es war ein stiller, ehrlicher Einblick in das Leben auf Sansibar, fernab von Strandidylle. Ein Moment, der mir noch einmal bewusst machte, wie unterschiedlich Lebensrealitäten sein können und wie viel Stärke, Organisation und Zusammenhalt im Alltag vieler Familien steckt. Wir haben auch nach unserer Abreise von Sansibar weiter Kontakt gehalten.

Unser Abschied von Sansibar war damit anders als geplant. Abrupt, leise und dennoch sehr eindrücklich. Stone Town heben wir uns somit für einen nächsten Besuch auf. Und wer weiß, vielleicht entsteht daraus irgendwann ein weiterer Sansibar Reisebericht.

Wer das authentische Inselleben zwischen historischen Gassen und einsamen Sandbänken ganz intensiv und perfekt organisiert erleben möchte, findet hier die passende Route. Alle Details zu diesem tropischen Abenteuer finden Sie direkt bei unserer Sansibar Reise Unguja.

Sansibar im November: warum sich die kleine Regenzeit lohnt

Aus meiner Erfahrung kann ich nach diesem Sansibar Reisebericht die kleine Regenzeit im November nur empfehlen. Sansibar zeigt sich in dieser Zeit deutlich entspannter. Es sind weniger Touristen unterwegs, viele Orte wirken ursprünglicher und persönlicher. In knapp zwei Wochen erlebten wir lediglich einen kurzen Regenschauer. Ansonsten zeigte sich das Wetter auf Sansibar von seiner schönsten Seite: sonnig mit vereinzelten Wolken.

Ein weiterer Punkt ist mir besonders wichtig. Wer Sansibar in der Nebensaison bereist, unterstützt lokale Gemeinden genau dann, wenn das Einkommen oft geringer ausfällt. Hotels, Fahrer, Guides, kleine Projekte und Kooperativen profitieren spürbar davon. Für mich gehört genau das zu verantwortungsvollem Reisen auf Sansibar dazu. Sansibar hat mir einmal mehr gezeigt, dass die schönsten Erinnerungen oft dort entstehen, wo man sie nicht geplant hat.

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Häufige Fragen zu Sansibar – persönliche Einblicke & Erfahrungen

Sansibar ist vielfältig und voller Nuancen. Viele Fragen tauchen immer wieder auf, gerade abseits klassischer Reiseführer. Hier beantworte ich die wichtigsten davon auf Basis meiner persönlichen Erfahrungen vor Ort.

Wann ist die beste Reisezeit für Sansibar abseits der Hochsaison?

accordiyan

Abseits der Hochsaison eignen sich besonders März, Juni und November sehr gut für eine Reise nach Sansibar. In diesen Monaten sind deutlich weniger Reisende unterwegs, die Preise sind oft attraktiver und Begegnungen mit Einheimischen entstehen viel leichter, weil Zeit und Ruhe dafür da sind. Gerade in ruhigeren Reisezeiten sind diese Einnahmen für viele lokale Gemeinden besonders wichtig.

Ist Sansibar in der kleinen Regenzeit eine gute Reisezeit?

accordiyan

Ja, absolut. In der kleinen Regenzeit muss zwar mit gelegentlichen, kurzen Schauern gerechnet werden, diese sind jedoch oft schnell vorbei. Während meiner knapp zwei Wochen auf Sansibar habe ich lediglich einen einzigen Regenschauer erlebt. Dazwischen zeigte sich das Wetter überwiegend sonnig mit angenehmen Temperaturen.

Lässt sich Sansibar auch abseits der Touristenpfade bereisen?

accordiyan

Ja, definitiv. Sansibar bietet noch viele wenig bekannte Ecken, die besonders lohnenswert sind. Wer sich abseits der bekannten Routen bewegt, entdeckt kleine Dörfer, ruhige Küstenabschnitte und authentische Begegnungen. Gerade der Südosten und Teile des Inselinneren zeigen ein noch sehr ursprüngliches Sansibar.

Wie touristisch ist Sansibar wirklich?

accordiyan

Der Norden Sansibars ist inzwischen sehr touristisch geprägt. Wer es ruhiger und authentischer mag, findet im Südosten der Insel deutlich entspanntere Bedingungen. Hier sind die Strände weitläufig, Begegnungen persönlicher und viele Hotels liegen eingebettet in tropischem Grün, fernab großer Hotelkomplexe.

Warum lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen auf Sansibar?

accordiyan

Sansibar ist ein faszinierender Schmelztiegel der Kulturen. Arabische, afrikanische, indische und europäische Einflüsse prägen die Insel bis heute. Hinter den Kulissen warten eine reiche Geschichte, allen voran in Stone Town, lebendige Traditionen, Gewürze, Kulinarik und eine spannende Kombination aus Natur und Kultur. Genau dort beginnt das Verständnis für Sansibar.

Ist Sansibar sicher?

accordiyan

Ja, Sansibar gilt insgesamt als sehr sicheres Reiseziel. Die Menschen sind offen, hilfsbereit und Gästen gegenüber ausgesprochen freundlich. Wie überall auf der Welt gilt es, respektvoll aufzutreten und auf persönliche Wertsachen zu achten. Mit lokaler Betreuung, erfahrenen Guides und guter Planung lässt sich Sansibar entspannt und sicher bereisen.

Ist Sansibar für Reisen mit Kindern geeignet?

accordiyan

Ja, Sansibar eignet sich sehr gut für Reisen mit Kindern. Viele Unterkünfte sind familienfreundlich, die meisten Strände fallen flach ins Meer ab und bieten gute Bedingungen zum Baden. Hinzu kommen zahlreiche Aktivitäten zu Land und zu Wasser.

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