Reconciliation Village

1994 ereignete sich der furchtbare Völkermord in Ruanda, bei dem fast eine Million Tutsi und moderate Hutu ihr Leben verloren. Seit dem hat sich viel verändert, die Täter wurden zur Rechenschaft gezogen und es wurden viele Bemühungen unternommen, das Land wieder zu vereinen und die schreckliche Vergangenheit aufzuarbeiten. 

Eine besondere Idee stammt von Deogratias Gashagaza. Bischof Deo ist selbst ein Überlebender des Genozids und hatte den Traum, ein Ort der Versöhnung zu schaffen, in dem Tutsi und Hutu gemeinsam in Frieden leben. Vor über 15 Jahren gründete er mit seiner Organisation Prison Fellowship Rwanda das Dorf Mbyo, eines von acht „Reconciliation Villages“, in denen Überlebende, Rückkehrer und freigelassene Völkermordtäter gemeinsam leben. Teilweise leben die Opfer Tür an Tür mit den Menschen, die ihnen vor Jahren großen Schaden angetan haben. Dies war anfänglich keine leichte Aufgabe, denn Wut und Misstrauen waren groß. Gemeinsam mit Psychologen wurden die Bewohner der Dörfer betreut, um die Konflikte aufzuarbeiten und für Versöhnung zu sorgen. In dem Dorf Mbyo leben heute 54 Familien. Es gibt Schulen, einen Fußballverein und nach wie vor regelmäßige Gesprächsstunden. Die Kinder wachsen in einem neuen Ruanda auf, in dem die Menschen nicht zwischen Hutu oder Tutsi unterschieden werden. Die Organisation Prison Fellowship unternimmt außerdem Massenaufklärungskampagnen in Gefängnissen mit dem Ziel,  die Versöhnung zwischen Völkermordtätern, Völkermordüberlebenden und ihren Familien nach ihrer Entlassung zu erleichtern. Teilnehmer werden dabei unterstützt, sich eine Existenzgrundlage zu schaffen und neue Fähigkeiten zu erwerben, damit sie ein neues und harmonisches Leben beginnen können. 

Eines der Dörfer 40 km südlich von Kigali kann auf einer Ruanda Rundreise mit Accept Reisen besucht werden. Dabei können wir uns von dem friedlichen Dorfleben und dem weltweit einzigartigen Projekt selbst überzeugen, uns die persönlichen, mitreißenden Geschichten der Dorfbewohner anhören und sehen, wie die Menschen dort ihr Leben wieder in die Hand genommen haben und für eine bessere Zukunft kämpfen. Der Austausch mit den Opfern, Tätern und Nachkommen eines der grauenhaftesten Bürgerkriege der Welt geht unter die Haut und zeigt sogleich, dass Unvorstellbares doch manchmal Realität werden kann.

Der brutale Völkermord zwischen Hutu und Tutsi wurde 2005 unter dem Namen „Hotel Ruanda“ verfilmt

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