Gishwati Mukura Nationalpark

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Gishwati Mukura Nationalpark

Der Gishwati-Mukura Nationalpark ist der vierte und neuste Nationalpark in Ruanda. Das Gelände liegt im Distrikt Ngororero und Rutsiro, im Westen des Landes. Er besteht aus zwei getrennten Wäldern – dem Gishwati und dem etwas kleineren Mukura, die gemeinsam eine Fläche von ca. 3.558 Hektar ausmachen. Das Schutzgebiet ist berühmt für seine vielfältige und fruchtbare Vegetation. Neben 60 verschiedenen Baumarten befinden sich in dem Wald auch viele Wildtierarten. Der Park beherbergt verschiedene Primatenarten, wie die Östliche Vollbartmeerkatze, Diademmeerkatzen, Goldmeerkatzen, weißen und schwarzen Colobus-Affen und eine Gruppe von 20 Schimpansen. Auch Vögel sind zahlreich vertreten, darunter auch endemische Arten.
Die Wälder Gishwati und Mukura wurden zurzeit des Völkermords von 1994 fast gänzlich zerstört. Durch Umsiedlungen, Entwaldung, illegalen Bergbau, Landwirtschaft und Viehzucht wurden große Teile des mineralreichen Walds fast komplett erschöpft. Um die artenreichen Wälder zu schützen und wieder aufzuforsten wurde 2015 ein Gesetz verabschiedet, das einen Zusammenschluss der beiden Gebiete vorsieht. 2016 öffnete der Nationalpark mit dem Ziel die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern, die Lebewesen vor dem Aussterben zu schützen und das Gleichgewicht wieder herzustellen. Aber auch die Förderung des Tourismus wird angestrebt. Seit 2019 werden touristische Aktivitäten in dem Nationalpark angeboten, wie beispielsweise eine geführte Naturwanderung oder Primaten-Trekking. Die Einnahmen kommen der lokalen Bevölkerung zu Gute, erhöhen ihren Lebensstandard und unterstützen den Wald bei der Regeneration