Klimagipfel in Kopenhagen

Klimagipfel in Kopenhagen

Ein Beispiel unter vielen: Über 200.000 Urlauber aus Deutschland fliegen jährlich in die Dominikanische Republik. Ihre Motivation: Sonnengarantie und Schnäppchenpreise. Durch Billigangebote wird eine hohe Nachfrage ausgelöst, die sehr zu Lasten der Umwelt geht. Ermöglicht werden die Dumpingpreise von falscher Steuerpolitik, einer weitgehenden Ignoranz in der Reisebranche und dem unbedachten Urlaubsverhalten vieler Touristen.

Die Dominikanische Republik liegt rund 8.000 Kilometer von Deutschland entfernt. Bei jedem Flug in das Urlaubsparadies entstehen pro Passagier rund 5,6 Tonnen CO2 – fast doppelt so viele Emissionen, wie das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen vorsieht. Diese Umweltbilanz steht in keinem Verhältnis zu den Schnäppchenpreisen auf die Karibikinsel. Denn All-Inclusive-Angebote unter 800 Euro pro Woche einschließlich Flug sind keine Seltenheit.

Ermöglicht werden solche Dumpingpreise durch die Steuerpolitik der Regierungen, die den kommerziellen Kerosinverbrauch trotz der immensen Klimabelastung von Flügen nicht besteuern. Dadurch hat der Luftverkehr einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber den wesentlich umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln Bus und Bahn. „Die Einführung einer staatlichen Abgabe auf Turbinenkraftstoff  würde diese Wettbewerbsverzerrung wesentlich abschwächen. Flugreisen könnten dann nicht mehr zu Schleuderpreisen verkauft werden. Der Peis von Fernreisen wäre im Verhältnis zur Umweltbelastung durch CO2-Ausstoß angemessener“, fordert Johannes Reißland, Geschäftsführer im forum anders reisen. Das Thema „Kerosinbesteuerung“ wäre auf dem Klimagipfel in Kopenhagen bestens aufgehoben, da auf Grund der Mobilität von Flugzeugen Alleingänge von nationalen Regierungen wenig sinnvoll erscheinen, so Reißland.

Eine zweite Ursache liegt in der Reisebranche selbst: „Reiseveranstalter ignorieren bis heute weitgehend die Auswirkungen ihrer Flugreisen und liefern sich harte Preiskämpfe“, erklärt Reißland. „Shopping-Trips nach New York und Kurzurlaub nach Asien sind an der Tagesordnung aber schlichtweg katastrophal für unser Klima“, so Reißland weiter. Im Verband für nachhaltigen Tourismus verpflichten sich deshalb alle Veranstalter zum so genannten „Flugkriterium“: Flugreisen unter 700 Kilometer werden nicht angeboten, Flugreisen zwischen 700-2000 Kilometer haben eine Mindestaufenthaltsdauer von 8 Tagen, Flugreisen über 2000 Kilometer von über 14 Tagen im Reiseland. Außerdem weisen alle angeschlossenen 160 Veranstalter ihre Kunden aktiv auf die Auswirkungen von Flugreisen und die Möglichkeit der Kompensation bei atmosfair hin. Die Klimainitiative wurde vor einigen Jahren vom forum anders reisen mitgegründet.

Auch von Seiten der Urlauber fordert der Verband ein konsequentes Umdenken. „Bei Fernreisen gilt: Seltener Reisen, dafür länger bleiben. „Der Kunde profitiert von einem intensiveren Urlaubserlebnis und unterstützt zusätzlich die lokale Wirtschaft“, erklärt Reißland. Von Fernreisen in internationalen Hotelburgen rät er ab: „Internationale Hotelketten schaffen künstliche Welten, die weitgehend unabhängig von der Kultur eines Reiselands sind – vom Erlebniswert ist es daher ganz egal, ob man in die Karibik oder zu einem näher gelegenen Ziel fliegt, z.B. in die Türkei.“

www.forumandersreisen.de

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