„Day Zero“ in Kapstadt vorerst abgesagt

„Day Zero“ in Kapstadt vorerst abgesagt

Anfang dieses Jahres wurde prognostiziert, dass am 12. April 2018 die Wasserversorgung in Südafrika, Kapstadt zum Erliegen kommt, später wurde der Termin auf Mai und anschließend auf Juni verschoben. Nun ist der „Day Zero“ vorerst abgesagt. Mehr als vier Millionen Menschen, die in Kapstadt, der zweitgrößten Stadt Südafrikas leben waren beziehungsweise sind weiterhin von der Wasserknappheit betroffen.

Nach einer dreijährigen Dürreperiode sind die Trinkwasserreservoirs in der südwestlichen Provinz Westkap fast leer. An dem vorhergesagten „Day Zero“ hätte die Verwaltung der Metropolenstadt die Wasserversorgung abschalten müssen, da der Pegelstand der Speicherseen zu niedrig wäre. Durch eine Wasserspende von Farmern aus einer wasserreichen Nachbarregion Kapstadts und drastischen Wassereinsparmaßnahmen, der Beschränkung von 50 Liter pro Tag und Einwohner konnte der „Day Zero“ vermutlich auf nächstes Jahr verschoben werden. Seit Beginn der Wasserknappheit hat die Stadt ihren Verbrauch um circa 60 Prozent reduziert.
Nicht nur die Dürreperiode führte zu dem Problem der Wasserknappheit. Das rasante Bevölkerungswachstum Kapstadts ist ebenfalls problematisch. Von dem Jahr 1995 bis 2018 ist die Bevölkerungszahl von 2,4 Millionen auf 4,3 Millionen angestiegen, der Versorgungsgrad hinkt der Bevölkerungsentwicklung hinterher.Um der weiterhin androhenden Katastrophe entgegenzuwirken und nicht länger auf genug Regen angewiesen zu sein, will die Stadt vorbeugen. Es soll in eine Meerwasserentsalzungsanlage investiert werden, an verschiedenen Orten wird momentan erfolgreich nach Grundwasser gebohrt und das Abwasser soll künftig besser aufbereitet werden. Das Umdenken der Bewohner und das Einhalten der 50 Liter Grenze an Frischwasser pro Tag sind weiterhin wichtig. Das Wasser wird fürs Trinken, Duschen, Putzen und Klospülen benutzt, in Deutschland liegt der Verbrauch bei durchschnittlich 120 Litern pro Tag und Person.
Wäre der „Day Zero“ dieses Jahr tatsächlich eingetroffen, dann hätte es in keinem Haushalt in Südafrika mehr fließend Wasser gegeben. Bewohner hätten ihre Wasserration, die auf 25 Liter pro Tag beschränkt worden wäre an Sammelstellen in der Stadt entgegennehmen müssen. Bei einer 90-sekündigen Dusche verbrauchen wir vergleichsweise bereits ca. 15 Liter Wasser.
Dieses Szenario ist leider bereits Alltag für viele Südafrikaner. Die Beschränkungen von 50 Liter Wasser am Tag bezieht sich größtenteils auf die wohlhabendere, zum größten Teil weiße Bevölkerung Südafrikas, der ärmere Teil der Bevölkerung, der überwiegend in den Slums der Stadt lebt hat quasi jeden Tag „Day Zero“ und das bereits seit einer langen Zeit. Die Hütten in den Slums verfügen in der Regel nicht über fließend Wasser, die Slumbewohner müssen täglich für ihr Wasser in langen Schlangen anstehen.
Das Problem der Wasserknappheit besteht nicht nur in Südafrika. Es wird erwartet, dass im Jahr 2030 die Nachfrage nach Frischwasser das Angebot um 40 % übersteigt. Die BBC hat elf Metropolen aufgelistet, denen ein ähnliches Schicksal wie Kapstadt bevorstehen könnte:  São Paulo, Bangalore, Bejing, Kairo, Jakarta, Moskau,  Istanbul, Mexiko City, London, Tokio und Miami.

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