Jambo Kenia und Hakuna Matata!

Jambo Kenia und Hakuna Matata!

Durch eine Empfehlung wurden wir auf Accept Reisen und speziell auf eine Safari-Reise durch Kenia aufmerksam. Obwohl wir uns in diesem Jahr recht spät entschieden hatten, fanden wir sofort einen passenden Termin für unsere Traumreise.

Kaum hatten wir gebucht, waren wir auch schon gespannt, was uns in Kenia wohl erwarten würde. Vor 15 Jahren hatten wir mit unseren Kindern 3 Wochen Strandurlaub nördlich von Mombasa verbracht und in der Zeit nur einen kurzen Abstecher in den Nationalpark Tsavo Ost unternommen. Diesmal sollte alles anders werden: Safari pur und nur am Ende ein paar Tage am Meer. Auch das Gesamtkonzept bei Accept Reisen „Umwelt, fair und sozial“ hat uns imponiert.

Am 31. Juli war es dann endlich soweit. Von Frankfurt ging es mit Ethiopian Air über Addis Abeba nach Nairobi. Am Flughafen in Nairobi erlebten wir dann den einzigen Schreck der gesamten Reise. Unser Gepäck war nicht mitgekommen. Dadurch lernten wir sofort die wichtigsten Grundregeln in Kenia kennen: „Pole pole“ (Immer schön langsam) und „Hakuna Matata“ (kein Problem). Wir wurden gebeten, einfach auf die nächste Maschine aus Addis Abeba zu warten. Und siehe da: 90 Minuten später hatten wir auch unser Gepäck. Inzwischen war unser Fahrer und Reiseleiter schon etwas unruhig geworden, und das als Kenianer! Aber Sami begrüßte uns herzlich und war sichtlich froh, dass wir so gehandelt hatten. Das Gepäck nachzuliefern, wäre nicht ganz einfach geworden. Wir haben dadurch auch niemanden um wertvolle Urlaubszeit gebracht, denn wir hatten den großen Safari-Jeep ganz für uns allein.

Gleich nach einem Mittagessen in Karen Blixens Kaffeegarten wartete schon der erst Höhepunkt auf uns, das Elefantenwaisenhaus des Sheldrick Wildlife Trusts. Schon die Beobachtung der tollpatschigen Kleinen bei der Rückkehr aus dem Nairobi Nationalpark, wo sie den Tag verbringen, war lustig. Richtig rührend wurde es aber, als wir unseren kleinen einjährigen „Ndotto“ adoptieren durften. Die damit verbundene Spende an den Trust war bereits im Reisepreis enthalten. Schon während unserer Tage in Kenia erhielten wir dann per E-Mail weitere Informationen zu unserem Liebling und zur Arbeit des Trusts. In allen Lodges gab es übrigens gebührenfrei WLAN. Nach einem schmackhaften Abendessen in der Osoita Lodge hieß es, früh schlafen zu gehen, denn für die folgenden Tage war die Abfahrt jeweils für 7 Uhr angesetzt. Vom Essen waren wir während des gesamten Keniaaufenthaltes mehr als positiv überrascht! So hatten wir das von unserer ersten Keniareise nicht in Erinnerung.

Erstes Safariziel war der Massai Mara Nationalpark. Die 6-stündige Fahrt dahin verging dank interessanter Landschaften schneller als erwartet. Gleich nach dem Einchecken und dem Mittagessen in der Mara Sopa Lodge erwartete uns auch schon die erste Safari. Sami erklärte uns, mit welcher Wahrscheinlichkeit wir bestimmte Tiere antreffen könnten. Die ersten Tiere im Park waren Mangusten. Obwohl es eine sehr große Gruppe war, tat uns keines der Tiere den Gefallen, seinem deutschen Namen Erdmännchen Ehre zu machen. Zebras, Gnus und mehrere Antilopenarten waren unsere ständigen Begleiter. Schon nach kurzer Zeit sahen wir auch die ersten Giraffen. Obwohl in Massai Mara nur eine 50:50 Chance auf Löwen besteht, landeten wir gleich am ersten Tag einen Volltreffer. Wir konnten mehr als eine halbe Stunde lang zwei Löwinnen mit drei tollpatschigen Babys beobachten, wie sie sich an einem erlegten Büffel satt futterten und danach übermütig spielten. Was würde nach so einem Highlight wohl am nächsten Tag auf uns warten? Erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit waren wir wieder in der Lodge.

Den ganzen nächsten Tag waren wir auf Safari unterwegs, nur unterbrochen von einem Picknick in der Savanne. Ein Dik Dik, die kleinste Antilopenart, war das erste Tier, das uns an diesem Morgen begegnete. Im Laufe des Tages waren wir beeindruckt, wie tierreich die Massai Mara ist. Wir hatten zeitweilig weit mehr als tausend Zebras, Gnus, Antilopen und eine riesige Büffelherde im Blickfeld. Auch einen träge im Schatten eines Gebüschs schlummernden Löwenmann trafen wir an. Die größte Überraschung aber war, dass wir insgesamt acht Geparden zu sehen bekamen, von denen sich gleich fünf an einem erbeuteten Gnu sättigten und das in kaum 10 Meter Entfernung zum Jeep! Am Fluss konnten wir auch noch Krokodile und an Land schlafende Flusspferde bewundern. Obwohl sich eine größere Herde Gnus am Fluss versammelt hatte, blieb das Spektakel einer Flussüberquerung aus. Das wäre dann wohl auch zu viel des Guten für einen einzigen Tag gewesen. Übrigens: Giraffen begegneten uns bis zum Schluss unserer Rundreise jeden Tag. Kurz vor der Rückkehr zur Lodge kreuzte auch noch ein Schakal unseren Weg. Hyänen bekamen wir nicht zu Gesicht, obwohl sie in der Massai Mara sehr zahlreich sind und man sie mit etwas Glück durchaus auch mal am Tag antreffen kann.

Mit dem Lake Naivasha erwartete uns nun ein völlig anderer Biotop, der in den letzten acht Jahren gravierende Veränderungen erfahren hat. Der einst das gesamte Ufer säumende Papyrusgürtel ist nach einer großen Dürre im Jahr 2008 und der damit verbunden Absenkung des Wasserspiegels nahezu komplett verschwunden. Wenig später kehrte sich die Lage um und der See trat weit über seine Ufer, was zum Absterben der ufernahen Akazien führte. Bei einer Bootssafari fährt man heute durch einen „Geisterwald“. Trotzdem waren zahlreiche Wasservögel anzutreffen, u.a. Kormorane, verschiedene Pelikane, Nilgänse, verschiedene Reiher, auch der Riesenreiher, Ibisse und Gelbschnabelstörche. Von den „Hippos“ sollte man sich aber lieber etwas fern halten und sie nicht stören. Während der einstündigen Bootsfahrt „erlebten“ wir übrigens den einzigen (!) Moskitostich der gesamten Reise. Am frühen Abend besuchten uns vier Giraffen im Park der Naivasha Sopa Lodge. Es ist schwer beeindruckend, nur fünfzehn Meter vor den fast 6 Meter hohen Tieren zu stehen, ohne durch irgendeine Barriere von ihnen getrennt zu sein. Das ist möglich, weil sie zwar neugierig, aber in keiner Weise auf Streit aus sind. Bei Dunkelheit sollte man sich lieber zu seinem Cottage bringen lassen, da die nachts durch den Garten streifenden „Hippos“ durchaus nicht so friedlich sind, auch wenn sie scheinbar in aller Ruhe grasen.

Auf dem Nairobi-Mombasa-Highway ging es nun nach Süden, bevor wir nach Westen zum Amboseli Nationalpark abbogen. Nach der Ankunft stand diesmal keine sofortige Safari auf dem Programm. Stattdessen führt uns Boi, ein Massai, außerhalb des Parks quer durch die Savanne zu seinem Dorf, wobei wir auch Tiere antrafen und er uns Fährten erläuterte. Im Dorf wurden wir mit einem Tanz empfangen und sogar der 85-jährige Dorfälteste begrüßte uns. Wir konnten uns einen Eindruck vom Leben im Dorf verschaffen, waren zusammen mit ihm in Boi’s Hütte und bekamen die traditionelle Art des Feuermachens demonstriert. Es dauerte keine 3 Minuten bis zu den ersten Flammen. Auf dem Dorfmarkt (wohl nur für uns aufgebaut) wurden uns meist selbstgemachte Souvenirs angeboten. Auf dem Rückweg zur Lodge dann das große Ereignis: Der Kilimandscharo legte seinen Wolkenumhang mehr und mehr ab und war dann von der Lodge aus bei Sonnenuntergang fast in voller Schönheit zu sehen, bis dahin übrigens 2 Wochen lang gar nicht. So viel Glück muss man haben.

Der Amboseli bietet landschaftlich ein ganz anderes Bild als die Massai Mara. Vom Observation Hill abgesehen, ist das Gelände weitgehend flach und enthält kleinere und größere Sumpfgebiete. Zu Beginn der Safari trafen wir auch hier Löwen an, diesmal ein junges Pärchen. Zum Jagen waren sie allerdings nicht aufgelegt. Auch Amboseli ist tierreich. Hier kann man, was sicher dem sonnenlosen Wetter zu verdanken war, Elefanten und „Hippos“ dicht nebeneinander im Sumpf beobachten. Man kann kaum glauben, dass die schweren Tiere zwar bis zum Bauch oder sogar tiefer einsinken, aber nicht stecken bleiben. Grasende „Hippos“ am Tage sieht man sicher auch nicht so oft und schließlich auch noch eine Mama mit Baby bei einem gemütlichen Spaziergang. Auch Paviane und andere Affen waren anzutreffen, sogar die eigentlich sehr scheuen Warzenschweine trauten sich bis auf wenige Meter an das Auto heran. An Vögeln sind Sekretär, Seeadler, Königsfischer, Geier und Gabelracke zu nennen, dazu natürlich Madenhacker und verschiedene Reiher sowie zahlreiche andere größere und kleinere Wasservögel und die allgegenwärtigen Glanzstare.
Nächstes Ziel war die Voyager Lodge im privaten Ziwani-Schutzgebiet, wunderschön an einem zu einem Teich gestauten kleineren Fluss gelegen. Hier macht auch der Begriff Luxus-Safarizelt seinem Namen alle Ehre. Ein Massai führte uns eine Stunde lang durch die nähere Umgebung, unter anderem auch bis auf zwei Meter an schlafende Krokodile heran, und erklärte dabei Tierfährten und Pflanzen. In der Abenddämmerung konnten wir von einer der kleinen Beobachtungsplattformen im Teich aus zwei Königsfischern bei der erfolgreichen Jagd zusehen. Höhepunkt war die Nachtsafari, bei der wir neben mehreren schlafenden Tieren auch die nachtaktiven Füchse und Mungos beobachten konnten. Die „Hippos“ hatten keine Lust auf eine Begegnung.

Auf der Überführungsetappe nach Tsavo Ost durchquerten wir auch Tsavo West, allerdings auf einer stark befahrenen Straße, so dass Tiere hier kaum zu sehen waren bis auf Giraffen, einige Zebras und eine riesige Elenantilope, die fast direkt neben der Straße stand.

In Tsavo Ost angekommen wurde uns erklärt, dass seit Jahren nur das südliche Drittel des Parks für Besucher zugänglich ist, was auch die Nashörner offensichtlich wissen, denn die halten sich fast nur im nördlichen Teil auf. Das „Rhino“ fehlt uns also von den „Big Five“. Ansonsten wurden alle unsere Erwartungen übertroffen. Bereits kurz hinter dem Eingang begrüßte uns eine Elefantenherde. Elefanten sind in Tsavo Ost so zahlreich, dass man sich fragt, wie die alle satt werden. Und sie sind durch die rote Erde hier wirklich rotbraun. Sami hatte den Ehrgeiz, uns unbedingt die beiden Antilopenarten zu zeigen, die nur in Tsavo Ost vorkommen, und es gelang ihm.

Zunächst besuchten wir als Elefantenpaten aber die Auswilderungsstation des Sheldrick Wildlife Trusts. Wir erlebten, wie sich die jüngeren Elefanten am frühen Abend nach der Rückkehr aus dem Park über die großen Milchflaschen hermachten. Sie sind dabei so gierig, dass es uns nicht gestattet werden konnte, selbst einen zu füttern. Nach der Fütterung sind sie aber ganz lieb, und wir durften mit ihnen spielen und kuscheln. Man staunt, wie weich die Haut ist. Mit der Auswilderung lässt man sich viel Zeit. In der Regel bringen die Tiere fünf bis sechs Jahre in der Station zu. Ausgewildert wird grundsätzlich nur in der Regenzeit, wenn genug Futter da ist, und niemals mit Gewalt. Wer nicht will, der bleibt eben.

Auf dem Rückweg zur Lodge bekamen wir dann zunächst die Giraffen- oder Langhalsgazellen zu Gesicht, die sich, um höhere Zweige von Büschen zu erreichen, tatsächlich auf die Hinterbeine aufrichten und dabei auch noch voll strecken können (siehe Foto). Das sieht total unwirklich aus. Wenig später fand Sami dann auch noch zwei der sehr seltenen Kudus (Streifenantilopen), obwohl er uns dort eigentlich einen Leoparden zeigen wollte, aber der hatte wohl gerade „Urlaub“. Ein Pärchen Tocos umflatterte uns an diesem Abend auch noch.
Auch am letzten Tag der Safari sahen wir nochmals viele Tiere, einmal sogar mehr als 30 Elefanten in einer Gruppe mit zahlreichen Jungtieren. Von den nicht gerade häufigen Oryxantilopen trafen wir gleich eine Herde von mindestens 30 Tieren an, an einer anderen Stelle sogar beide Großantilopen, Elen und Oryx, direkt nebeneinander. Selbst in der letzten halben Stunde der Safari gab es noch zwei Highlights, zunächst zwei kämpfende Grantgazellen, die fast fünf Minuten lang die Hörner krachen ließen, beobachtet von einem Pärchen Riesentrappen. Ganz zum Schluss dann auch noch ein balzender Strauß, der allerdings seine Angebetete so gar nicht von sich überzeugen konnte und schließlich frustriert von dannen zog. Fünf Minuten später waren wir am Tor. Sami hatte die bezahlte Zeit voll ausgereizt, obwohl bereits die Überschreitung um fünf Minuten bedeutet, dass für weitere 24 Stunden gezahlt werden muss!

Wowww! Das war sagenhaft, aber jetzt brauchten wir ein paar Tage Ruhe!

Nach reichlich drei Stunden erreichten wir die Severin Sea Lodge, die übrigens wirklich der Familie Severin (Elektrohaushaltsgeräte) gehört, aber lokal von Kenianern geführt wird. Auch hier wartete ein sehr schönes und geräumiges Zimmer auf uns. Hier nutzten wir auch erstmals die Klimaanlage, die wir während der gesamten Safarizeit bei Temperaturen von 20-25°C nie gebraucht hatten. Wir sind eben vor der großen Hitze in Deutschland nach Afrika geflüchtet.

Nur faul waren wir aber am Meer auch nicht. Zwei Stunden Schnorchelsafari und ein sehr schöner Nachmittag mit afrikanischem Kochkurs in einem Bauerndorf bzw. auf der Severin-Biofarm mussten schon noch sein. Dabei lernten wir auch noch Ireen vom Reiseveranstalter Papa Musili Safaris kennen, die uns bei unseren nicht gerade geschickt aussehenden Kochübungen liebevoll begleitete. Einen besseren Partner in Kenia kann man sich kaum vorstellen. Mit Papa Musili Safaris klappte einfach alles.

Auch in der Lodge gab es noch eine Überraschung für uns die nicht im Reiseangebot stand: Ein tolles Fünf-Gänge-Dinner im „Imani Dhow“-Restaurant mit Fisch und Meeresfrüchten vom Feinsten, serviert von einem Kellner, der auch wirklich arabisch gekleidet war.
Mit vielen großartigen Eindrücken, ein paar Souvenirs und vielen tollen Fotos und Videosequenzen im Gepäck traten wir gut erholt und bestens gelaunt die Heimreise an. Damit war dann auch wirklich alles Hakuna Matata!

Noch ein Hinweis zum Schluss: Das günstigste Zahlungsmittel in Kenia ist im Moment tatsächlich der Kenia-Shilling, wenn man mit Kreditkarte zahlt oder sich Bargeld erst in Kenia am Automaten holt, am besten gleich am Flughafen. Das ist auch besser als der Wechselkurs des Euro in Kenia. Von Deutschland sollte man keine Kenia-Shilling mitnehmen, da der Kurs exotischer Währungen in Deutschland erfahrungsgemäß meistens sehr ungünstig ist. Dollars brauchten wir nur bei der Einreise für die Visa, und das funktioniert ab September ohnehin nicht mehr. Ansonsten verliert man mit Dollars doppelt, erst durch den schlechten Tauschkurs in Deutschland und dann noch einmal durch eine niedrige Bewertung des Dollars in Kenia.

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